Zurück zum BlogVergleiche

Kostly vs. Excel: Warum eine Tabelle für wiederkehrende Kosten nicht reicht

Von David Joswig·

Erst mal Respekt: Excel ist ein Biest

Bevor wir hier irgendwas vergleichen: Excel (oder Google Sheets) ist eines der mächtigsten Tools, die je gebaut wurden. Leute haben damit Buchhaltungssysteme, CRMs und sogar Spiele gebaut. Für viele Freelancer und kleine Teams ist die Tabelle der erste Instinkt, wenn es darum geht, wiederkehrende Kosten zu tracken.

Und das ist auch nicht verkehrt, für den Anfang. Aber irgendwann stößt du an Grenzen, die kein SVERWEIS der Welt löst.

Wo funktioniert Excel gut als Expense Tracker?

Volle Kontrolle: Du baust dein Sheet genau so, wie du es willst. Spalten, Formeln, Farben, alles in deiner Hand. Kein Tool gibt dir mehr Flexibilität.

Keine Lernkurve (für Basics): Die meisten können eine Tabelle mit Name, Betrag und Datum anlegen. Das braucht keine Einarbeitung.

Kostenlos (quasi): Google Sheets ist gratis. Excel hast du wahrscheinlich eh über Microsoft 365.

Daten-Export: Du hast deine Daten immer in einem offenen Format. CSV, XLSX, kein Vendor Lock-in.

Formeln für alles: Summen, Durchschnitte, bedingte Berechnungen. Excel kann rechnen wie kein zweites Tool.

Wenn du 5 Abos hast und die Disziplin, deine Tabelle jeden Monat zu pflegen, ist Excel ehrlich gesagt ausreichend.

Wo kommt Excel beim Kosten-Tracking an seine Grenzen?

Wie rechnest du unterschiedliche Abrechnungsintervalle um?

Du hast Abos, die monatlich laufen. Andere quartalsweise. Die Berufshaftpflicht jährlich. Die Domain alle zwei Jahre. In Excel musst du für jedes Intervall eigene Formeln bauen. Bei 30 Positionen mit gemischten Intervallen und der Frage "Was wird im April fällig?" brauchst du verschachtelte IF-Formeln, die schnell unleserlich werden.

Woher weißt du, was als nächstes abgebucht wird?

Die wichtigste Frage bei wiederkehrenden Kosten: Was wird diese Woche abgebucht? Excel zeigt dir Daten in Zellen, aber nicht auf einen Blick, dass am Freitag 450 Euro abgebucht werden. Du müsstest bedingte Formatierung bauen und pflegen. Ein dediziertes Dashboard macht das automatisch.

Wer pflegt die Tabelle nach drei Monaten noch?

Jede Preisänderung, jedes neue Abo, jede Kündigung: manuell eintragen. Und zwar sofort, sonst stimmen deine Zahlen nicht mehr. Die Realität: Nach zwei Monaten ist die Tabelle veraltet, weil du vergessen hast, die Spotify-Preiserhöhung einzutragen.

Wie bekommst du echte Kategorie-Insights?

Du kannst eine Spalte "Kategorie" hinzufügen. Aber Excel gibt dir daraus kein automatisches Diagramm, das zeigt: 40% deiner Kosten gehen in Software, 25% in Versicherungen. Dafür brauchst du Pivot-Tabellen und Charts, die zwar möglich sind, aber die meisten Leute nicht pflegen.

Was passiert, wenn mehrere Leute die Tabelle nutzen?

Wenn du im Team arbeitest, wird Excel zum Risiko. Google Sheets löst das Concurrent-Editing-Problem, aber: Wer hat die Formel in Zeile 47 kaputt gemacht? Jeder, potenziell.

Was macht ein dediziertes Tool wie Kostly anders?

Automatische Intervall-Berechnung: Du trägst ein: "Design-Software, 55 Euro, monatlich." Das Tool rechnet automatisch auf Monats- und Jahreswerte um. Kein IF, kein SVERWEIS.

Nächste Fälligkeiten auf einen Blick: Ein Dashboard zeigt dir sofort: Was steht diese Woche an? Was diesen Monat? Was wird der teuerste Monat im Jahr?

Kategorien mit echtem Nutzen: Du siehst auf einen Blick, dass 42% deiner Kosten in Software-Lizenzen gehen. In Excel ist diese Erkenntnis drei Pivot-Tabellen entfernt.

Team-fähig ab Start: Alle sehen dieselben Daten, mit klaren Zugriffsrechten. Keine kaputten Formeln.

Import statt Abtippen: CSV-Import, Excel-Import. Du kannst deine bestehende Tabelle direkt übernehmen.

Ehrlicher Vergleich: Kostly vs. Excel für wiederkehrende Kosten

FeatureExcel/SheetsKostly
Kosten0 € (Sheets) / ~7 €/Mo (365)Free bis 10 Expenses
FlexibilitätExtrem hochFokussiert auf Expense Tracking
Einrichtungszeit30-60 Min (mit Formeln)5 Min
Intervall-BerechnungManuell (Formeln)Automatisch
Nächste FälligkeitenBedingte Formatierung (manuell)Dashboard
Kategorien-AnalysePivot-Tabellen (manuell)Automatisch
Team-NutzungFragilEingebaut
PflegeaufwandHochNiedrig
LernkurveNiedrig (Basics) / Hoch (Formeln)Niedrig
Daten-ExportNativCSV/JSON

Wann bleibt Excel die bessere Wahl?

Ehrliche Antwort: Wenn du weniger als 10 wiederkehrende Kosten hast, alle monatlich laufen und du alleine arbeitest, bleib bei Excel. Das ist kein Marketing-Trick.

Excel ist auch besser, wenn du Expense-Daten mit komplexen eigenen Berechnungen verknüpfen willst: Forecasting-Modelle, Break-Even-Analysen, Custom-Reportings für Investoren. Da ist die Flexibilität unschlagbar.

Wann lohnt sich der Wechsel zu einem Expense Tracker?

Der Kipppunkt kommt meistens bei diesen Signalen:

  • 15+ wiederkehrende Kosten mit unterschiedlichen Intervallen
  • Du öffnest die Tabelle nicht mehr, weil sie zu unübersichtlich geworden ist
  • Überraschende Abbuchungen, weil du vergessen hast, was wann fällig wird
  • Im Team, wo mehrere Leute Kosten eintragen

Wenn du an dem Punkt bist: Importiere deine Excel-Tabelle in Kostly und hab in 5 Minuten eine saubere Übersicht. Der Free-Plan reicht für bis zu 10 Expenses.

Am Ende geht es nicht um das Tool. Es geht darum, dass du deine wiederkehrenden Kosten tatsächlich im Blick behältst. Ein Schraubenzieher schraubt besser als ein Schweizer Taschenmesser, auch wenn das Taschenmesser technisch einen Schraubenzieher hat.

Weitere Artikel